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Annafest Nachspiel

So denkt Harry N. über das Forchheimer Annafest.

 

„179 Jahre und nicht die geringsten Anzeichen von alterbedingten Müdigkeitserscheinungen. Das ist nicht Harald Neubauer von den Moskitos, sondern das Forchheimer Annafest. Einen großen Teil zur Beliebtheit des Volksfestes im schönen Kellerwald hat Harald N. mit seinen Moskitos auf jeden Fall aber dazu beigetragen. Wir haben mit Harry N. darüber gesprochen, was das Annafest für ihn persönlich bedeutet:

Coverstar: Was macht für dich den Reiz des Forchheimer Annafestes aus?

Harry: Die Atmosphäre mitten im Wald ist einzigartig. Das Fest findet ausschließlich im Freien statt. Hier gibt es kein Zelt. Brauchen wir auch nicht. Wir haben ja den größten Biergarten der Welt Was gibt es Schöneres als an einem lauschigen Sommerabend auf dem Keller zu sitzen oder zu stehen und der Musik zu zuhören (Harry lacht). Für mich zählt das Annfest definitiv zu den schönsten Festen der Welt. Ist zum Glück ja auch noch nicht so überlaufen wie die Bergkirchweih

Coverstar: Welche persönlichen Erinnerungen hast du an das Annafest?

Harry: In erster Linie bin ich sehr dankbar schon so eine lange Zeit (knapp 30 Jahre) als Künstler auf dieser Veranstaltung mitwirken zu dürfen. Die Perspektive als Musiker auf das Fest ist natürlich nochmal eine andere als als Privatperson. Diese künstlerische Freiheit (s)einen Schabernack und seine Gaudi mit dem Publikum bei ausgelassener Stimmung zu machen, ist echt ein schönes Gefühl. Das hat mir schon viele Höhepunkte beschert. Aber auch abseits der Bühne begegnest du immer wieder Bekannten und Freunden, mit denen du das Annafest privat zelebrieren kannst. Das Bier ist natürlich auch immer sensationell. Mal abgesehen davon: Das Angebot- ob von der Kulinarik, der Biervielfalt, der Musik oder den Schaustellern her – ist so vielfältig, dass irgendwo auf dem Gelände eigentlich jeder auf den Geschmack kommt. Auf der anderen Seite hab ich aber auch schon Enttäuschungen erleben müssen. Auflagen des Ordnungsamtes, die nicht immer sinnvoll erscheinen und manchmal auch schlecht organisierte Kleinigkeiten, wie schlechte Parkmöglichkeiten für die Musiker oder Sturheit des Sicherheitspersonals, was die Einfahrtszeiten betrifft und vieles mehr.

Coverstar: Wie hat sich das Annafest deiner Meinung nach in den letzten 30 Jahren verändert?

Harry: Das Fest hat sich gar nicht so stark verändert, wie uns vielleicht manche (Medien etc.) glauben lassen wollen. Es sind mehr die Menschen, geschweige denn die Gesellschaft, die sich mit immer neuen Lebenswirklichkeiten konfrontiert sieht. Daraus muss man aber nicht immer gleich negative Rückschlüsse ziehen oder das Jammern anfangen. Früher gab’s eben hauptsächlich Blasmusik und Verstärker waren tabu. Heute treten Coverbands aller Couleur (von Rock über Pop bis hin zu Charts etc.) auf. Früher hat man die Zeitung aufgeschlagen, um die wichtigsten Neuigkeiten vom Annafest zu erfahren. Heute wird live getickert oder man hat eine App. Früher waren Terrorabwehr, Taschenkontrollen sowie eine omnipräsente Polizeistreife bzw. ein Sicherheitsdienst kein Thema. Heute wäre das nicht mehr wegzudenken. Anstatt diese Veränderungen jedoch alle ständig zu kritisieren, sollte man sich lieber dem Zeitgeist anpassen und die fünfte Jahreszeit in Forchheim genießen. Dauert ja schließlich eh nur 11 Tage.

Coverstar: Also schätzt du die Sicherheitslage am Annafest als außerodentlich hoch ein?

Harry: Ja. Gemessen an anderen ähnlich gelagerten Festen ist sie sehr hoch. Wir sind ja nicht nur für Terrorangriffe und Prügeleien bestens gerüstet. Mit einer Sirenenanlage werden die Besucher sogar rechtzeitig vor Unwettern gewarnt. Für mein Sicherheitsempfinden ist es eigentlich teilweise schon etwas übertrieben (s. die erst heuer angebrachten Sicherheitsgeländer vor der Bühne)

Coverstar: Hast du Verbesserungsvorschläge für das Annafest?

Harry: Ich konzentriere mich hauptsächlich auf die Musik und hab meinen Spaß daran das Publikum für ein paar Stunden zu unterhalten. Mir genügt es daher schon, wenn die Stadt mir bzw. uns (Musikern) genügend Freiraum bei unseren Auftritten lässt. Was die Stadt dann konkret veränderen will, kann sie tun, wie sie lustig ist. Hauptsache der Charakter dieses wunderschönen Festes bleibt erhalten.“

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